Second Hand? Erste Sahne!

Günstig Einkaufen und Teilen
Second Hand für Familien

Wer Gebrauchtes kauft, Dinge tauscht oder reparieren lässt, tut nicht nur der Umwelt etwas Gutes, sondern schont auch den eigenen Geldbeutel. In einer Zeit, in der Ressourcen knapp und Preise hoch sind, bietet das Prinzip „Weiterverwenden statt wegwerfen“ eine attraktive Alternative für viele Menschen. Ganz gleich, ob sie bewusst konsumieren möchten, mit einem begrenzten Budget haushalten müssen oder einfach neugierig auf neue Möglichkeiten des Einkaufens und Teilens sind. 

Im Trend: Second Hand

Zugegeben, schaut man sich das Wort Flohmarkt genau an und denkt man das dann ein bisschen weiter, dann kann es einen schon schütteln. Aber auch wenn im 19. Jahrhundert durchaus bisweilen auf diese Art das ein oder andere hüpfende Tierchen einen neuen Besitzer gefunden hat, heute kann man in Secondhand-Läden wahre Schätze entdecken: gut erhalten, sorgfältig ausgewählt, gewaschen und gebügelt. 
Dass der Ansatz „Wiederverwerten statt wegwerfen“ auch in Franken längst mehr ist als ein Trend, zeigt sich an einer lebendigen Szene aus Initiativen, Läden und Projekten, die Nachhaltigkeit im Alltag greifbar machen, wie zum Beispiel die vielen Tausch- und Verschenkmärkte, bei denen jeder mitmachen kann und die man in Nachbarschaftszentren oder Stadtteiltreffs findet. Und manches gibt es sogar rund um die Uhr, wie die Bücherauswahl im  Bushaltestellenhäuschen in der Tennenloher Sebastianstraße. Und wenn es mal etwas Größeres sein soll, lohnt sich ein Blick in die zahlreichen Secondhand-Läden und Gebrauchtwarenkaufhäuser, wie die KreisLauf-Kaufhäuser in Höchstadt an der Aisch, Bamberg oder Herzogenaurach. Hier gibt’s alles – von gut erhaltener Kinderkleidung bis hin zu Möbeln und technischen Geräten. 

Foodsharing

Wer auch beim Essen nachhaltig leben will, sollte sich das monatliche Foodsharing-Dinner im Mehrgenerationenhaus AWOthek nicht entgehen lassen: Lebensmittel, die sonst im Müll gelandet wären, werden zu einem leckeren Menü verarbeitet. Erst wird zusammen geschnipselt, dann wird gemeinsam gegessen. Kostenlos! Auch einige Bäckereien, Restaurants und Lebensmittelgeschäfte sorgen dafür, dass Nahrungsmittel nicht unnötig verschwendet werden: Über die App „Too Good To Go“ kann man etwa Lebensmittel vom Vortag oder kurz vor dem Ablaufdatum zu stark reduzierten Preisen kaufen. Ein ganzes Geschäft, das sich auf solche Waren spezialisiert hat, ist der Laden „Leckeres vom Vortag – Gutes vom Bauern und vom Bäcker“ am Kopernikusplatz in Nürnberg. 

Reparieren statt neu kaufen

Ein echtes Highlight bei schmalem Geldbeutel sind übrigens auch die zahlreichen Repair-Cafés in der Umgebung. In der Kofferfabrik Fürth, im Erlanger E-Werk oder im Repaircafé Schwabach trifft man sich einmal monatlich, um kaputte Elektrogeräte, Textilien oder Fahrräder wieder in Schuss zu bringen, unterstützt von ehrenamtlichen Profis. Das gemeinsame Reparieren macht nicht nur Spaß, sondern zeigt auch schon den Jüngsten, dass sich vieles mit etwas Geduld und Know-how retten lässt. Und letztendlich muss auch beim Thema Technik nicht immer alles vom Neusten sein: Der AfB Shop Nürnberg etwa bietet wiederaufbereitete Notebooks, PCs, Smartphones, Displays und Zubehör an. Geprüft, günstig und mit Service bei technischen Problemen. Das ist nicht nur nachhaltig, sondern auch ideal für Familien mit mehreren Kindern, die nicht alle Wünsche einfach so erfüllen können. Oder wollen. 

Flohmärkte und Basare

Kleidung, Spielsachen, Kinderwagen – vieles wird nur kurz genutzt und ist dann noch top in Schuss. Warum also alles neu kaufen? Babyflohmärkte bieten eine umweltfreundliche und preiswerte Alternative. Ein zusätzlicher Vorteil: Kleidung und Textilien sind meist schon mehrfach gewaschen und damit frei von Schadstoffen. Gerade Familien mit kleinem Budget profitieren von den zahlreichen Angeboten. Die größte Übersicht über die Basartermine in der Region findet ihr hier in unserem Basarkalender. Wir veröffentlichen ausschließlich Termine von Flohmärkten für Baby- und Kinderartikel. 

Wer einen Nürnberg-Pass oder eine ähnliche Berechtigung hat, kann viele Dinge sogar kostenlos oder zu stark reduzierten Preisen erhalten: von der Baby-Erstausstattung über wetterfeste Krippenkleidung bis hin zu gebrauchten Schultaschen. Und wenn man’s nicht mehr braucht, kann man es wieder weitergeben. Verkaufen, verschenken oder tauschen – so bleibt der Kreislauf in Bewegung und ausgediente Kindersachen etwa machen noch jemand anderem eine Freude. Second Hand ist nämlich keine Notlösung, sondern eine clevere, nachhaltige Entscheidung mit echtem Mehrwert.

Bündnis für Familie: „Gut leben in Nürnberg“ 

Text: Simone Blaß

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