Schnitzeljagd durch Fürth
Wenn ihr noch nicht wisst, was ihr so ganz spontan, umsonst und ohne bereits Wochen vorher zu reservieren tun könnt, um als Familie gemeinsam ein paar Kalorien zu verbrauchen, dann wäre ja vielleicht die Fürther App-Schnitzeljagd „Wo ist Gustav?“ was für euch. Hier sucht man wahlweise Gustav selbst oder auch seine Habseligkeiten und wird dabei in der Kleeblattstadt vor einige knifflige Aufgaben gestellt. Es gibt mehrere Versionen, kurze und lange Runden, für Kinder ab zehn und solche für Jugendliche ab 14 und Erwachsene, wahlweise zu Fuß oder auch mit dem Rad.
So funktioniert die Schnitzeljagd
Wieso haben der Badsteg in Fürth und der dortige Gauklerbrunnen die Zahl 3 gemeinsam? Ihr wisst es nicht? Wir wussten es auch nicht! Und ohne die Hinweise, die sich in der App befinden, hätten wir es ehrlich gesagt auch nie herausgefunden. Denn wer glaubt, ohne diese Zusatzhinweise auszukommen, der hat entweder ziemlich viel Exit-Game-Erfahrung oder er wird ihn vermutlich nie finden, den jungen Herrn, der offensichtlich mitten in der Fürther Innenstadt entführt wurde. Das zumindest geht aus einer Sprachnachricht hervor, die Gustav uns gleich zu Beginn schickt. Hier hört man nicht nur sein verzweifeltes „Wass wolld ihr eiggendlich vo mia?“, sondern auch einen entscheidenden Hinweis, wie man ihm folgen kann.
Eher was für Rätselprofis!
Da wir uns für die längere Fußgängerversion entschieden haben, starten wir nun los, immer den Entführern auf der Spur, durch Parks, entlang am Fluss und an schönen „Fädda“-Ecken vorbei, immer mit Blick auf das nächste Rätsel. Und obwohl unterwegs so manch gemütliches Café lockt, haben wir uns nicht verführen lassen. Schließlich war uns eine andere Gruppe dicht auf den Fersen, und so wurde aus der gemütlichen Rätselrunde ganz schnell ein sportlicher Wettlauf um die Rettung Gustavs.
Ins Schwitzen kamen wir aber nicht nur wegen der Laufstrecke, sondern vor allem wegen der Aufgaben. Immer wieder standen wir ratlos an den Stationen, haben auf den Bildschirm gestarrt, auf die Karte, auf die Umgebung und dann wieder zurück auf die App. Bis wir irgendwann gemerkt haben, dass das Spiel nicht wie eine klassische Schnitzeljagd aufgebaut ist, sondern hier Out-of-the-Box-Denken gefragt ist. Sonst sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht, oder besser gesagt, das Wasser der Rednitz vor lauter Wassertropfen nicht.
Viel Hä? Aber auch ganz viel Spaß!
Und trotzdem standen wir an manchen Stationen ratlos vor dem Rätsel, vor allem Station 8 hat uns fast verzweifeln lassen. Hier scheint ein Wissen gefragt zu sein, das so knifflig ist, dass nicht einmal Google es ad hoc parat hatte. Aber das könnte daran liegen, dass wir einfach falsch gefragt haben, und alle mit Escape-Room-Erfahrung und messerscharfem logischen Verstand auch das spielerisch meistern. Uns jedenfalls blieb nichts, als die Möglichkeit zu nutzen, das Stationsrätsel aufzulösen. Sonst säßen wir wahrscheinlich heute noch auf dem besagten Spielplatz und würden uns fragen, was sich die drei Köpfe hinter der App – ein Lehrer, ein Museumspädagoge und ein Entwickler – dabei gedacht haben.
Und trotz einiger „Hä??“-Momente hatten wir ziemlich viel Spaß auf diesem „Spaziergang“ durch Fürth. Wir wissen jetzt immerhin, wo der alte „Adler“ damals losfuhr, warum Fürth das „fränkische Jerusalem“ genannt wurde, und welche Berühmtheiten hier bereits gelebt haben. Und am Ende haben wir sogar den Gustav wiedergefunden. Wobei wir uns eigentlich gleich hätten denken können, dass er genau dort gelandet ist.
Text: Simone Blass
Die App „Wo ist Gustav?“ kann im App Store oder im Google Play Store kostenlos heruntergeladen werden. Mit dabei die Erweiterung für Familien, die gerne mit dem Fahrrad die Stadt erkunden möchten.
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